Wenn wir nicht alle Erfahrungen aus all unseren früheren Leben sammeln und integrieren, wo sind dann all diese Erfahrungen ? Oder anders ausgedrückt: Wer hat sie ?
Das ist die Art von Überlegungen, die viele Anhänger der Reinkarnationslehre dazu geführt hat, die Existenz einer Überseele anzunehmen. Während man als Seele das Bewußtsein bezeichnet, das die Erfahrungen einer einzigen Inkarnation sammelt und integriert, bezeichnet Überseele das größere Bewußtsein, das ständig damit beschäftigt ist, die Erfahrungen sowohl meines Lebens als auch all der Leben, die diesem vorausgegangen sind bzw. folgen werden, zu sammeln und zu integrieren.
Alle diese Leben werden als innerhalb der Überseele präsent vorgestellt, wobei jedes einzelne irgendwie seine Integrität behält, während sie sich gleichzeitig gemeinsam zu einem größeren Bewußtsein zusammenfinden.
Unser gegenwärtiges Leben ist eine Ausdehnung der Überseele, es ist ein Zyklus innerhalb seines unermeßlich viel größeren Lebenszyklus. So sind wir mit der Überseele in einem tieferen Sinne identisch als mit Identität, die wir mit dieser Geburt angenommen haben. Erst die Überseele hat die Form geschaffen, die wir jetzt sind.
Wir haben uns unsere gegenwärtigen Lebenssituationen nicht selbst ausgesucht, denn unsere Persönlichkeit existiert erst seit dem Moment, wo diese Entscheidungen darüber getroffen wurden. Auch wurden diese nicht unmittelbar in dem Leben getroffen, das dem jetzigen unmittelbar vorausging, sondern von unserer vollständigen Identität, also von der integrierten Gesamtsumme sämtlicher Erfahrungen unseres persönlichen Stammbaumes, eines Stammbaumes, der hinter den Horizont der Zeit selbst zurückreicht.
JUL



